Archive for the ‘Rezension’ Category

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Verstandes und Vernunftfähigkeit: Nein danke!

März 12, 2015

(Dieser Text sollte als Fortsetzung des Textes „Die Überforderten und ihr Marktschreier“ verstanden werden)

Der Mensch der verwalteten Welt ist einer, der es nicht aushalten kann wenn er nicht erklären kann was vor sich geht. Er will wissen woher er kommt, wohin er geht und was zu tun ist wenn dieses oder jenes Ereignis eintritt. Er tut dies aus dem Wunsch nach individueller Befriedigung und leiblichem Wohlergehen heraus. Eine Lebenswelt deren innere und äußere Gesetzmäßigkeiten er versteht, kann er potentiell nach seinen Bedürfnissen umformen. Wo begründete Aussicht auf Erfolg besteht, bedient er sich der Wissenschaft; z.B. beim Bau eines Speeres, oder der Berechnung des Klimawandels. Read the rest of this entry ?

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Fury/Herz aus Stahl

Januar 5, 2015

Wenn mich jemand fragen würde welches bisher ungesehene Szenario ich gerne einmal in einem Kinofilm sehen möchte, würde ich das einer Panzerbesatzung und ihres Panzers in Gefechten des zweiten Weltkriegs nennen. Read the rest of this entry ?

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Die Skeptiker

September 21, 2014

Die Skeptiker, kennt jemand diese Band? „Deutschland halts Maul“ und „Strassenkampf“, das waren Hymnen für mich. Da war ich 14 Jahre alt. „… Unsere Farben sind schwarz rot, unser Ziel ist Anarchie! Wir verachten die Gewalt und bekämpfen sie!… „. Die Typen waren echte Rocker. Supertypen. Ich habe die angehimmelt. Der Sound ging voran, die Message war da, ich habe das verstanden und war gewillt. Wenn ich mir „Deutschland halts Maul… wer das Geld hat, hat die Macht, denkt sich das fette Bonzenschwein, doch wenn es unter’m Auto kracht, dann hilft es gar nichts reich zu sein…“. angehört habe, dann war ich bereit mit meinen Springerstiefeln (die ich mir für zwei Gameboys und 20 Spiele auf dem Jungeninternats-Schwarzmarkt ertausch habe. Scheissdeal!) alle Bullen und Nazis platt zu trampeln und das Land anzuzünden. Read the rest of this entry ?

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„Die deutsche Ideologie“ und noch mehr!

Oktober 30, 2013

Jemand hat sich die Mühe gemacht und in knapp 200 Folgen die deutsche Idologie auf YouTube als Hörbuch veröffentlicht. Ob Sprecher und YouTube-Channel-Betreiber ein und diesselbe Person sind, kann ich nicht sagen. Vielleicht ist die fehlerfrei und im Ausdruck angemessen gesprochene und deswegen sehr angenehm zu hörende Vertonung ein kommerzielles Produkt, das ich bisher noch nicht kannte? Jedenfalls gebührt ihm oder beiden großer Dank. Die schwierige Kleinstarbeit, das Einsprechen, das Hochladen und Veröffentlichen mag ich mir garnicht vorstellen. Auf dem verlinkten Channel gibt es übrigens noch einige andere Hörbücher zu entdecken. U.A. Texte von Arthur Rimbaud, Hugo von Hoffmannsthal, Edgar Allan Poe, Charles Baudelaire und Franz Kafka. Eine echte Bereicherung!

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„Django unchained“ (2012)

Februar 26, 2013

„Django unchained“, der neue Film von Quentin Tarantino, ist ein cinastischer Rachefeldzug gegen die Sklaverei, so wie der vorhergegangene „Inglorious Bastards“ ein cineastischer Rachefeldzug gegen die Nazis war. Desweiteren ist dieser Film ein Italowestern, ein Zitat, eine Hommage und ein überzeichnetes Märchen mit gefällig arangierten Schießereien, ausgeführt mit altmodischen Waffen. Schön, bzw. schön für diejenigen die durch so etwas noch ehrlich berührt werden.
Der Macher beweist mit seiner Darstellung der (männlichen) Sklavencharaktermasken einen gewissen unmodernen Sinn für die richtige Anwendung einer historisch materialistischen Denkungsweise. Bei der Darstellung der schwarzen „Damsel in Distress“, hat er wiederrum arg daneben gehauen was den Histomat betrifft – was aber in Anbetracht der massig weggemetzelten weissen Teufel nicht allzu arg ins Gewicht fällt und nur diejenigen tangiert und aus der Fassung bringt, die ansonsten keine Probleme im Leben zu haben scheinen. Ich sage: Ein korrekt gesetzter Kopfschuß auf der Leinwand schlägt jedes Geschwätz. Was die Antikolonialen, die Feministinnen und verschiedene Ich-Parasiten aus der linken Szene an Üblichem über den Film zu sagen haben, kann man auf deren blogs nachlesen. „Django unchained“ ist der zweite sehenswerte Film von Tarantino… nach „Jackie Brown“.

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Geheimnis und Gewalt

Februar 15, 2013

1910 geboren, ist Georg K. Glaser als Sohn ein sehr gewalttätigen Postbeamten aufgewachsen. Schon vor Beginn der Pubertät ist er von Zuhause ausgerückt und zog das Leben eines Landsreichers, der alltäglichen Prügel des Vaters vor. Er durchlief die unterschiedlichsten Erziehungsanstalten der „Weimarer Republik“ und verbrachte die 1920er Jahre meist obdachlos und vagabundierend auf der Strasse. Sein soziales Umfeld bestand über Jahre aus Kriegsversehrten, Heimatlosen, Prostituierten, anderen entlaufenen Fürsorgezöglingen und Pauperisierten.
Im Millieu proletarischer Jugendverbände – die es aus dem bedrückenden Dunkel städtischer Mietskasernen, in die freie Natur getrieben hatte – lernte er die KPD kennen. Er entwickelte sich schnell zum „Mustergenossen“ und beteiligte sich an den – teilweise sehr militanten – Kämpfen gegen die aufstrebende NSDAP. Später arbeitete er als Gerichtsreporter für die Parteipresse und schrieb einige Prosawerke, in denen er sich vor allem mit der elenden Lebensrealität des Proletariats auseinandersetzte. 1933, nach der Machtergreifung der Nazis, ging er als Mitglied der illegalisierten KPD in den Untergrund. 1935, nachdem er von der Gestapo ergriffen und gefoltert worden war, flüchtete er – wie so viele Antifaschistinnen und Antifaschisten in dieser Zeit – mit falschen Papieren über das Saarland nach Frankreich und wechselte dort die Staatsbürgerschaft. Nach dem Beginn des deutschen Polenfeldzuges 1939, wurde er zum Militär eingezogen und erlebte 1940 den Einmarsch der Deutschen in Frankreich, als französischer Soldat kämpfend, mit der Waffe in der Hand. Nach dem Evakuations-Desaster in Dünkirchen, geriet er unter falschem Namen in Kriegsgefangenschaft und wurde von der Naziwehrmacht nach Deutschland verschleppt. Er arbeitete dort zwei Jahre lang als sog. „Fremdarbeiter“ in der deutschen Kriegswirtschaft, flüchtete 1943, wurde von der Gestapo erneut ergriffen und erlebte das Kriegsende als KZ-Insasse.

Georg K. Glaser hat schon 1953 über diese Zeit ein Buch geschrieben. „Geheimnis und Gewalt“. Diese 556 Seiten zählen zu dem Besten was die kommunistische Literatur über die revolutionären Jahre nach dem ersten Weltkrieg, den Kampf gegen die NSDAP, die illegale Parteiarbeit, über den antifaschistischen Widerstand in Deutschland und den zweiten Weltkrieg zu bieten hat! Mehr noch: Der Autor hat einen persönlichen Bericht über den allmächtigen deutschen Ungeist, über das Totalversagen der KPD in dessen Angesicht, über die Anfechtungen und Selbstzweifel eines „freien Geistes“ in der formierten Gesellschaft, über die Sehnsüchte und lähmenden Ängste der Verhungernden, über die massenhafte Körperfolter und ihre psychischen Folgen und über die mit all dem einhergehenden Möglichkeiten und vor allem Unmöglichkeiten einer revolutionären Bewegung in Deutschland abgeliefert. Mit seltener Wortgewalt und in eindrücklichsten Bildern hat er akribisch das gesellschaftliche Szenario ganz unten und die seelische Trümmerlandschaft nachgezeichnet, in der eine Bewegung wie die NSDAP omnipotent werden konnte und in dem die „bestorganisierte Arbeiterklasse der Welt“ (Lenin), der aufziehenden deutschen Katastrophe (fast zwangsläufig) nichts entgegenzusetzen vermochte.

Georg K. Glasers „Geheimnis und Gewalt“ ist eines der eindrücklichsten, konsequentesten und intelligentesten Bücher die ich je gelesen habe und in einer vernünftig organisierten Gesellschaft, in der den Menschen an einer historisch-materialistischen Aufarbeitung des Gewesenen und gleichzeitig an Sprachkunst gelegen ist, würde der Mann mit allen zur Verfügung stehenden Preisen überhäuft, dessen bin ich mir sicher. Seine Charakterbeschreibungen und Milieustudien sind ein unverzichtbares Lehrstück und ein bitter notwendiges Exempel für jeden Menschen, der ernsthaft danach trachtet, die hiesigen Verhältnisse umzuschmeißen.

Lest Georg K. Glasers „Geheimnis und Gewalt“!

(Wer mich persönlich kennt und mir verspricht es unversehrt und in absehbarer Zeit zurück zu geben, kann sich dieses Buch gerne bei mir ausleihen. Für alle Anderen: http://www.Amazon.de. Ich empfehle die letzte Auflage des Verlags Büchergilde Gutenberg)

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Der Film „Cloud Atlas“: Reaktionärer Denkdreck im Gutmenschengewand

Januar 9, 2013

Der Künstler, als bilderproduzierender Part des Gesamtbildungsbürgers, weiß nichts von den Produktionsverhältnissen. Er ahnt das Ungemach, aber die Beschaffenheit der materiellen Grundlage seiner unvernünftigen Existenzweise bleibt ihm ein Rätsel. Die mühselig zusammengeschusterten ideologischen Denkmonaden, mit denen er seinen Funktionärs-Alltag bestreitet, retten ihn trotzdem nicht vor dem Offensichtlichen. Selbst noch das mühselig – per Ideologie und im Dienste des Kapitals – zu einem Abglanz heruntergewirtschaftete Bild der Wirklichkeit verfolgt ihn – nagt und kratzt und schabt unangenehm in seinen Hirnwindungen. Aus herkömmlicher Überforderung wird er esoterisch und moralisch und gleitet letztlich ab ins Apokalyptische. Im Delirium denkt er faschistoid und kann sich bald als Rettung nichts anderes mehr vorstellen, als eine Lichtgestalt, ein übernatürliches Wesen, einen Führer, der ihn – das heillos überforderte Menschenkind – aus dem selbst geschaffenen Jammertal geleitet.
Um den ganzen Denkdreck in eine Form zu fassen, bleibt ihm nichts anderes als das konzentrierte Spektakel. Jene Sorte Bilderproduktion, die es vermag, auch dem Unverdorbensten den Blick auf die Realität zu verstellen und als wäre dieses Elend noch nicht genug, trachtet er danach diesen nutzlosen Gedankenplunder jedem aufzuschwatzen. Deswegen dreht er einen für alle vernünftigen Zwecke untauglichen Film wie „Cloud Atlas“ und vergiftet mit dieser brachialen Bilderproduktion und der transportierten Ersatzreligion weiter die arbeitende Klasse. Tom Tykwer, du dummes Schwein, ich spucke auf dein Grab.

Urteilt selbst und guckt euch dieses Machwerk – das wie zu erwarten war von der Presse gefeiert wird – selber an. Ihr findet den Film in den gängigen Videoportalen. „Viel Spass“.