Archive for the ‘Autoreferenz’ Category

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Haben die Verschwörungstheoretiker Recht?: Manuskript des Vortrags

November 16, 2015

Dies ist der verschriftlichte Teil des Vortrag über Verschwörungstheorien, den ich am 13.10.2015 im KOZ gehalten habe, sowie der dazugehörige Reader. Die mündlichen Passagen fehlen, ich habe diese Lücken durch Stichworte in Klammern kenntlich gemacht. Eine Aufnahme existiert ebenfalls. Ich werde sie auf diesem blog veröffentlichen, sobald sie mir zugänglich ist. Sollte ich den Vortrag in einer anderen Stadt erneut halten, lohnt es sich trotzdem zu kommen, auch wenn man diesen Text gelesen und verstanden hat. Ich betrachte den Vortrag als work in progress, einige Passagen werde ich noch gehörig ergänzen und ich werde mir Mühe geben, die Beispiele mit denen ich arbeite möglichst aktuell zu halten. Der Vortrag wird also beim nächsten mal nicht der selbe sein. Read the rest of this entry ?

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Haben die Verschwörungstheoretiker Recht?

Oktober 7, 2015

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Schon in der Grundschule lernt man sich mit Anderen zu verschwören. Man verschwört sich gegen die Lehrer, gegen die Eltern, gegen den Schulhofrabauken und den Hausmeister. Ähnliches später an der Universität. Wer sich schon einmal hochschulpolitisch engagiert hat, wird leicht erahnen: Schon auf der untersten Ebene ist Politik ein einziges Hinterzimmergeschäft. Diese zum Aufstieg notwendige Verschwörungstätigkeit steigert sich, sobald mit dem Erlernten das materielle Auskommen bestritten werden muss. Kein Pöstchen und keine Hiwi-Stelle wird vergeben, ohne wohlwollend-augenzwinkernde Kumpanei aus den Seilschaften des universitären Betriebs, an denen jede und jeder arbeiten muss, wenn sie oder er es zu etwas bringen möchte.
Der permanent ansteigende alltägliche Konkurrenzdruck hat den „geraden Weg“, den fairen Wettstreit „mit offenem Visier“ und in den allermeisten Fällen auch die Gesetzestreue zu einer reinen Fiktion verkommen lassen. Spitzensport ohne Doping ist undenkbar – eine Verschwörung der Ärzte und Sportler. NSU-Terror und NPD-Verbotspleite – eine Verschwörung innerhalb der staatseigenen Spitzelorganisation und des Repressionsapparats. Die Realisierung eines großen Bauprojekts ohne Schwarzarbeit, also ohne eine vorangegangene Verschwörung zwischen Bauherr und Subunternehmer gegen den Fiskus? – Wer so etwas glaubt, ist nicht ganz bei Trost.
Verschwörungen allerorten. Verschwörungen im Kinderzimmer, Verschwörungen im Hörsaal, Verschwörungen am Arbeitsplatz. Diese Welt ist von der Pieke an eine Welt der Verschwörungen.

Haben die Verschwörungstheoretikerinnen und Verschwörungstheoretiker also doch recht mit ihrer Vermutung, hinter jeder Widrigkeit würde eine geheime Absprache, eine Intrige, ein klandestines Netzwerk stecken? Warum sollten „die da Oben“ es anders handhaben als die Mehrheitsbevölkerung im Alltag? Was spricht gegen die weit verbreitete Verschwörungstheorie, die Amerikaner hätten Nineeleven selber inszeniert, um in Afghanistan einmarschieren zu können? Was kann man von den Aluhüten lernen, die sich seit eineinhalb Jahren u.A. mittels sog. „Montagsmahnwachen“ einen Namen gemacht haben?

Hierzu und zu Verwandtem liefert M. Schnittler einige Thesen. Danach kann diskutiert werden.

Wann: 13.10.2015 um 18 Uhr

Wo: KOZ/Unicampus Bockenheim FFM

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„Petit banania“

Februar 13, 2015

Ein Mitglied der weißen Mehrheitsgesellschaft unterhält sich mit einem Schwarzen, der ihm kurz zuvor noch unbekannt war. Warum das Thema so wichtig ist weiss Keiner, aber das Gespräch dreht sich schnell um die Hautfarbe. Der Weiße bittet um helfende Auskunft: „Schwarz, farbig, people of colour… man weiß ja heute gar nicht mehr was man sagen soll”.
Insofern man als schwarzer Mensch in Deutschland nicht das seltene Privileg hat sich von weißen, rassistischen Idioten im Alltag fernhalten zu können, führt man dieses Gespräch ziemlich regelmäßig. Read the rest of this entry ?

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„Theorie, Praxis, Party“

Januar 5, 2014

Wenn man als communistisch interessierter Mensch eine Solidaritätsparty oder eine Diskussionsveranstaltung organisieren möchte und weder über einen eigenen Raum, noch über die Geldmittel verfügt die benötigt werden um einen kommerziellen Raum zu mieten, bekommt man es mit der Asta-Mannschaft und ihrer Bürokratie, oder mit den Organisatorinnen und Organisatoren der bekannten linken Locations und ihrem bräsig-bornierten Plenumsgeschwätz zu tun. Man wage das Experiment und versuche im „Cafe Exzess“, oder gar in der „AU“ eine Soliparty für iranische Flüchtlinge zu organisieren; insofern man bis dahin noch keine fünf guten Gründe für eine erneute Hausbesetzung in FFM aufzählen konnte, danach hat man den ersten gefunden. Read the rest of this entry ?

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Der Ober sticht den Unter

Oktober 24, 2013

Ein großer Betrieb mit hunderten Beschäftigten, birgt gewisse Vorteile für den hierzulande Proletarisierten. Im Gegensatz zu einer traditionellen Handwerksklitsche, oder einem kleinen Bautrupp, oder einer Kneipe, muss man in der Produktion nicht unter dem argwöhnischen Blick des viel zu oft anwesenden Chefs arbeiten. Man marschiert in langen Kolonnen durch das Fabriktor und ist per Drillich-Uniformierung eine austauschbare Nummer. Die eigenen Vorstellungen von der Welt, die eigenen Überzeugungen und selbst das eigene Äußere interessieren dort nur wenig. Es kommt lediglich darauf an dass man die geforderten Handgriffe im vorgegebenen Takt vollführt. Read the rest of this entry ?

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despair

Juli 31, 2013

Manchmal habe ich so eine schreckliche Phantasie: Ich sitze bei Anne Will und muss auf dumme Fragen, in kürzester Zeit die richtigen Antworten geben. Ich habe sogar schonmal davon geträumt und das war definitiv ein Alptraum.

Den Ungeduldigen und Amusementfixierten empfehle ich bis Minute 27 vorzuspulen. Wegen der schlechten Aufnahme, sollte die Anlage über das Normalmaß aufgedreht werden.

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Was hat mich geritten?

Juli 26, 2013

Einleitung – Ich habe mir alle Nazipropagandafilme angeschaut deren ich habhaft werden konnte. Jud Süß, der ewige Jude, Kollberg, Hitlerjunge Quex, etc., auch alle Wochenschauen die im Internet verfügbar sind. Es dürften mehr als hundert Folgen gewesen sein. Ich habe mir alle Reden von Hitler, Himmler, Goebbels, Streicher, Ribbentrop, Rosenberg, Speer und die Reden diverser hochrangiger SS und Wehrmachts-Führer angehört, die damals routinemäßig für Schulungszwecke aufgezeichnet und auf Schallplatten gepresst wurden und auf einer australischen Internetseite verfügbar sind. Angenommen ich hätte mir jede Audiodatei, die ich auf einer extra dafür eingerichteten Festplatte gespeichert habe nur einmal angehört, ergibt das zusammen min. 14.000 Minuten Original-Nazisermon, den ich freiwillig konsumiert habe. Ich habe diverse Naziliteratur gelesen. Biografien, Autobiografien, Schulungsmaterial, Dienstanweisungen, „Mein Kampf“, Interviews, Programme, Zeugenaussagen, Romane, Tageszeitungen aus dem dritten Reich und militärische Lageberichte. Auch viele Verhörprotokolle, die während der Nürnberger Prozesse von den Alliierten angefertigt wurden. Die Reportagen aus dem deutschen und englischsprachigen Raum sind mir bekannt. Ich habe sie alle gesehen. Viele mehrfach. Die gängigen wissenschaftlichen und populärwissenschaftlichen Texte über den NS und seine Protagonisten, dürfte ich inzwischen gelesen haben. Ich finde in Buchhandlungen und Bibliotheken nur noch selten ein Werk, das ich noch nicht kenne. Die Erkenntnisse die ich dabei gewonnen habe, stehen in keinem vernünftigen Verhältnis zu Zeit und Kraft die ich inzwischen für die Wühlerei im Nazidreck aufgewandt habe. Read the rest of this entry ?